September 2008 bei Emons:    

 

 

Liebe, Literatur, Verrat und Verlust

Der charismatische Schriftsteller Walther Weiden wird beschuldigt, den größten Erfolg seiner Karriere einem von den Nazis vertriebenen Exil-Autor gestohlen zu haben. Jacob Fabian soll die Sache klären. Die Spur führt in die Provence, wo Fabian begreift, dass es um weit mehr geht als Plagiatsvorwürfe. Er stößt auf mörderische Verstrickungen, die bis in die frühe Nachkriegszeit reichen. 

Trotz ihrer Qualitäten bleiben alle drei (anderen) Hamburg Krimis an der Oberfläche, vergleicht man sie mit Christoph Ernsts "Kein Tag für Helden"... Dessen Handlung ist aus komplexe Weise Art durchdacht und geschickt durch mehrere Jahrzehnte deutscher Geschichte geführt. Dieser Text lässt nicht den geringsten Verdacht aufkommen, der Autor habe einem mittelmäßigen Ermittler ein Denklmal setzen wollen. Christoph Ernst geht es in seinem Roman tatsächlich um die Bearbeitung des Holocaust,  um das Schicksal der Displaced Persons und von antifaschistischen Kämpfern im französischen Widerstand. Schonungslos blättert er alle Facetten menschlichen Verhaltens in Zeiten des Krieges auf (...) Dieser Roman liest sich nicht wie eine flockig leichte Strandlektüre. Auch sprachlich pflegt er ein weit höreres Niveau... "Kein Tag für Helden" ist ein Roman, den man sowohl aufgrund der gekonnt verschlungenen Handlung als auch seiner historisch-politischen Komponente liest. Dabei ist der Autor kein Moralist und kein Besserwisser. Er will nicht bekehren und belehren. Er hat allerdings eine sehr sorgfältige Recherche betrieben und teilt deren Resultate mit dem Leser. Und er zollt - ganz unverhohlen - jenen Menschen Respekt, die während des Nazi-Regimes Zivilcourage und Mut bewiesen.

Petra Schellen

taz

(...) Der Kriminalroman als zeitgeschichtliches Panoramafenster. So präsentiert sich „Kein Tag für Helden“. Bis auf kleine Ausnahmen verdammt gut. Ernst lässt seinen Protagonisten Fabian – wie weiland Erich Kästner seinen Titelhelden, auf den im Roman explizit hingewiesen wird – durch eine Welt reisen, die auf Lug und Trug aufgebaut ist und gleichzeitig Wahrhaftigkeit einfordert. Eine Wahrhaftigkeit, die ihren Ursprung in den Verbrechen des Dritten Reiches besitzt und in den Tagen nach dem Zusammenbruch, als Deutschland in Trümmern lag, nicht ankam. Was damals den realen Tod des einen bedeutete, wird zum Gewissenskrieg des anderen in einer jungen Republik. Wie so oft gilt, dass der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist. Und mit Verlogenheit.
Fabian ist dabei das moralische Veto, ein typischer, stoischer Schnüffler, der sich selbst dann der Wahrheit verpflichtet fühlt, wenn es seinen Klienten Kopf und Kragen kosten könnte. (...) Als ihm dennoch alles zu entgleiten droht, behält sein Autor einen kühlen Kopf und lässt ihn die Krise wütend, aber nahezu unbeschadet überstehen. Das passt gut zum nordisch gelassenen Stil des gesamten Romans. Hier macht sich keine Hysterie breit, Ernst lässt seine Figuren nicht lamentierend durch Jammertäler zwischenmenschlicher Konfliktherde schreiten. Stattdessen verbindet er immer wieder reales Zeitgeschehen mit den Ermittlungen. (...) So schafft er es, Brüche dort zu zeichnen, wo man sie kaum erwartet und gesteht er seinen Figuren Veränderungen in beide Richtungen zu. Schwächlinge können wachsen und vermeintlich Rechtschaffene brechen an ihren Verfehlungen. Dass derartige Risse und Brüche quer durch Familien gehen, gehört zum Standard des Genres. Ernst verpackt das glaubwürdig und vermeidet jene hohle Phrasendrescherei,... Seine Kunsttheorien sind zwar streitbar, der Kontext, in dem sie vorgebracht werden, nicht. „Kein Tag für Helden“ ist ein nur auf den ersten Blick unspektakulärer Privatdetektiv-Roman. (sondern ... eine Geschichte, die viel Hintergrund und bei Interesse, Weiterbeschäftigung in sich birgt. (...).
Jochen König, Online Redaktuer der Krimi Couch, März 2009

Christoph Ernst
Kein Tag für Helden
Elbkrimi 2
978-3-89705-587-2
Broschur
304 Seiten
9,90 €

Temine für die nächsten Lesungen finden sich im Kalender

Textproben finden Sie unter Romanauszüge.

  

Aktuelle Veröffentlichungen

„Fette Herzen“ Kriminalroman, 335 S.  Emons-Verlag, Köln, 9 €. 

Ein Krimi um medizinischen Pfusch und Intrigen in der Pharmaindustrie – ein­dringlich, aufsehenerregend und erschreckend denkbar.

Ermittler Jacob Fabian stolpert über skandalöse Zu­stände am Herzzentrum Hitzacker und stößt auf eine schmutzige Verschwörung in der scheinbar sterilen Welt moderner Kathetermedizin. Während er die Fäden zu entwirren sucht, holen ihn die Schatten seiner Vergangenheit ein. Zu spät erst begreift er, dass er selbst nur Werkzeug eines viel komplizierteren Komplotts ist. Was als harmloser Abstecher in die pastorale Idylle des Elbtals begann, droht alles, was ihm je lieb und teuer war, in den Abgrund zu reißen.

 

"Ernst entfaltet in „Fette Herzen“ den auf den ersten Blick entsetzlich verwickelten Plot mit meisterlicher Präzision und ergänzt ihn dabei aufs schönste mit realistischen Milieustudien und glaubwürdig gezeichneten Personen. Ein gut recherchierter, starker Krimi, der Lust auf mehr macht."  rz-kultur

 

"Fette Herzen ist ein packend geschriebener Thriller, der besonders durch seine anspruchsvolle Handlung und kühne Konstruktion, seinen starken Protagonisten und präzisen Schreibstil überzeugt"  Sonntags Blitz

 

 

„Das Gewissen der Bäume“, Kurzgeschichte, 21 S. im Hamburger Jahrbuch für Literatur 10, „Ziegel“, Dölling und Galitz-Verlag, Hamburg  ISBN 3-937904-32-8

Verführung zum Lesen war oberstes Gebot für die Auswahl dieser über 100 Geschichten und Gedichte, die u.a. davon handeln, „wie man wird – was man ist“. Den geneigten Leser und die Leserin zieht es von den „Dramen der Damen“ weiter an den „Tresen“, an dem sich bekanntlich ohnehin die besten Geschichten ereignen. „Helden mit Handicap“ bevölkern den „Leeren Raum um Welt und ich“ und erteilen uns „Lektionen des Lebens“ – was will man mehr? 

 

Tonite’s the nite“, Kurzgeschichte 18 S. in Metro.pole Untergrundgeschichten, Ein Projekt der Tipp-Gemeinschaft. ISBN 3-8334-1736-6

Fünf Hamburger AutorInnen erzählen mit viel Esprit rasante und spannende Geschichten von Dramen in der U-Bahn. Eine Liebeserklärung an die Stadt, ihren alltäglichen Wahnsinn, ihre Grotesken und ihre Abgründe.

LADYKILLERS

ist nicht nur der Name eines amüsanten britischen Farbfilms mit Alec Guiness, sondern auch der Titel einer jüngst im LERATO Verlag erschienen Anthologie, zu der ich die Story "Bye, bye Caymans" beisteuern durfte.

Ladykillers

 

Autor: Simone Jöst/Karina Odenthal
Seitenzahl: 180
ISBN: 978-3-938882-35-1

ERSCHEINUNGSTERMIN: 15.DEZEMBER 2006
VORBESTELLUNGEN AB SOFORT MÖGLICH

Unter dem Motto "Shake it, Baby" haben sich 29 Autoren auf die Suche nach ihrem Lieblings-Cocktail gemacht und erzählen faszinierende Krimigeschichten, in denen der Name des Getränks stets eine geheimnisvolle Rolle spielt. Darf man einer Frau über den Weg trauen, die Marie heißt und Bloody Marys liebt? Auf welche Spur verweist ein Mageninhalt mit Wachteleiern, Sperma, Absinth und Cassis? Gelingt es dem Kommissar einen verzwickten Cocktailmord zu lösen, auch wenn er persönlich lieber Weißbier trinkt? Diese und andere Fragen enthüllt die hier vorliegende Sammlung raffiniert zusammengestellter Cocktailkrimis, deren beigefügte Rezepte bedenkenlos nachgemixt werden können.

Viel Vergnügen und Cheers!

 

Weitere Leseproben finden Sie unter "Texte"