In Sachen Diehl 

Streumunitionshersteller säubern Sprache

Da Streubomben wegen der horrend hohen Zahl ziviler Opfer umstritten sind und es eine internationale Konvention zur Ächtung von Streumunition gibt, legt der Kriegswaffenhersteller Diehl Wert darauf, dass seine Granate vom Typ SMArt 155, die wie Streumunition aussieht, wie Streumunition aufgebaut ist und wie Streumunition tötet, nicht Streumunition genannt werden darf, damit der Name des früheren NS-Kriegsmusterbetriebes Diehl nicht mit von Streumunition zerfetzten Babys und Kindern in Verbindung gebracht wird. Darum haben die Anwälte des vermeintlichen Nicht Streubombenherstellers Diehl dem Regensburger Journalisten Stefan Aigner seit Sommer 2008 per einstweiliger Verfügung untersagt, SMArt 155, das wie Streumunition aussieht, wie Streumunition aufgebaut ist und wie Streumunition tötet, Streumunition zu nennen.

Anfang März, in einer der düsteren Stunden deutscher Justiz, stimmte Aigner in München auf Druck des Richters einem Vergleich mit den Anwälten des angeblichen Nicht-Streumunitionsherstellers Diehl zu. Der Streitwert war von den Diehl-Juristen so hoch angesetzt worden, dass es Aigner, hätte er verloren, sofort das Genick brechen musste. Fortan wird Aigner nicht mehr schreiben, dass Diehls SMArt 155, die die wie Streumunition aussieht, wie Streumunition aufgebaut ist und wie Streumunition tötet, auch Streumunition ist.

Den Vorgang an sich und die Entscheidung des Gerichts empfinde ich als skandalös. Darum habe ich Briefe an politisch Verantwortliche geschrieben. Das Schreiben an den Bundespräsidenten findet sich hier.

Wen das auch ärgert, den lade ich ein, es als Vorlage zu nutzen, um die Leute, die uns repräsentieren, wissen zu lassen, was wir davon halten.

Alles Opfer oder was?

Der badenwürtemgergische Ministerpräsident Oettinger hat seinem kürzlich verstorbenen Vorgänger Filbinger unlängst bescheinigt, Nazigegner gewesen zu sein. Die Leiden der Deutschen durch Krieg, Flucht und Vertreibung stehen hoch im Kurs.   

Meine Schwester schrieb mir dazu nachstehenden Text. Und ich ihr eine Art Antwort. Da die Texte nicht nur sie und mich betreffen, finden sie sich jetzt hier.

 Beckmann zündelt

Susanne Osthoff bei Reinhold Beckmann - eine Hinrichtung

Die Abrechnung mit einem Medienereignis, das sich selbst entlarvte. Ein Schlaglicht auf die Verblödungsstrategien von Infotainment-Talkern.

 

Der Pascha-Test

Ausländerhass als pathologisch, engstirnig und zerstörerisch zu begreifen, haben inzwischen sogar die meisten Deutschen gelernt. Das Gegenstück dazu indes finden viele noch immer attraktiv. Denn es wirkt auf den ersten Blick sympathischer. Tatsächlich jedoch ist es oft dasselbe. Hierzulande jedenfalls...

Anmerkungen zur Debatte um den Kriterienkatalog bei der Einbürgerung. Ein Versuch über die potentiell mörderischen Folgen politischer Korrektheit   

 Blick von der Staten Island Ferry über die Bucht auf Südmanhattan

 

Sex in the City und Tantra Ninjas

oder

Marie Antoinette und die Bremer Stadtmusikanten

 

Im Oktober des Jahres 1789 zogen die Weiber aus den Pariser Faubourgs nach Versailles, um von ihrer Königin bezahlbares Brot zu fordern. Die völlig geschockte Marie Antoinette, die an diesem Tag zum ersten Mal ihre schlecht parfümierten Untertanen zu Gesicht bekam, soll gefragt haben: Warum essen sie keinen Kuchen? Der Kuchen, den sie meinte, war zwar nur eine Art Brot und ihre Frage gar nicht so absurd wie es scheint, doch als Antwort purzelte ihr Kopf in den Weidenkorb unter der Guillotine.

Als ich klein war, gab es in einer Zeitschrift jede Woche die Abbildung von zwei Gemälden. Darüber stand „Original und Fälschung“. Die Bilder sahen auf den ersten Blick gleich aus, doch in dem einem waren Macken versteckt. Es ging darum, die Fehler zu orten und einzukreisen. Der tiefere Sinn dieser Übung leuchtete mir erst wesentlich später ein, zumal es dabei auch immer um die Frage Brot oder Kuchen geht...

 

"Sex in the City" ist das Begleitessay zur Ausstellung von Jo Scholar, der in der Galerie Morgenland erotische Skizzen aus dem Amüsierclub "Salambo" zeigte.

Der Kreidefresser

Al Quaida ist die neue Internationale…“

 

In einen Interview der Berliner Tageszeitung "taz" über die Befindlichkeit arabischer Jugendlicher in Frankreich leugnete der renommierte Politwissenschaftler Alain Gresh, dass die Angriffe junger Morrokaner und Algerier auf in Frankreich lebende Juden antisemitisch motiviert seien. Gresh benutzte für das Phänomen den verharmlosenden Begriff "judeophob", was übersetzt "judenängstlich" bedeutet. Schuld daran sei die Politik des Staates Israel und die fehlenden Integrationbemühungen der französischen Regierung. Was die Versäumnisse der französischen Integrationspolitik anlangt, mag Greshs Kritik berechtig sein. Was er sonst noch äußerte, fand ich so haarsträubend, dass ich den folgenden Leserbrief schrieb.

Der für die Seite zuständige Redakteur rief mich kurz darauf an und dankte mir. Offenbar teilte er meine Einwände, war aber damit damit bei seinen Kollegen auf taube Ohren gestoßen.

 

Das Interview müsste über das "taz-Archiv" nachzulesen sein.

Mein Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. Deshalb hier.  Dazu passend auch das:

Araberschlachten

Daß die ‘Juden wohl nur noch am Araberschlachten’ seien, erfuhr ich unlängst, bei einer Familienfeier im verträumten Lüneburg. Der Satz purzelte einem ehemaligen Diplomaten aus dem Mund, der am anderen Ende des Tisches saß und mit einer älteren Dame sprach. Der Mann war um die siebzig und hatte längere Zeit in Nahost verbracht. Was mir aufstieß, mal abgesehen von der Formulierung, war der lustvolle Unterton, der moralische Empörung mit unverhohlenem Entzücken paarte...

Antisemitismus kommt in allen möglichen Verpackungen, wobei Deutsche immer noch eine pikante Spezialvariante bereit halten. 

Scheiterhaufen

 

Ich rauche. Darauf bin ich nicht unbedingt stolz, aber bis vor wenigen Jahren lebte ich ganz gut damit. Nun wird es eng, auch ohne Lungenemphysem. Mittlerweile ist Tabakgenuss nur noch etwas für Absteiger, Outcasts und Unbelehrbare. In Kalifornien sind Zigaretten inzwischen fast so illegal wie Dope, in Oslos Kneipen darf man sich keine mehr anzünden, und Deutschlands Krankheitsministerium erwägt, den Konsum in privaten PKW komplett zu untersagen...

 

Eine politische Polemik gegen Kontrollwahn und die Lust aufs Verbieten