James Lee Burke, Portrait von Robert Clarke  

Blues aus dem Bayou - wieso man James Lee Burke lesen sollte, obwohl er Thriller schreibt

Als ich meinen ersten Roman von James Lee Burke in die Hand nahm, hatte ich amerikanische Thriller satt. Das Feld schien abgegrast. Burkes Hauptfigur, der Cajun Dave Robicheaux, der als angegrauter Bulle im Süden Louisianas abwechselnd gegen Saufdruck und Kriminelle kämpfte, klang zwar ganz kernig, aber das Strickmuster eher konventionell. Doch schon die erste Szene packte mich. Es war ein Sonnenaufgang überm Bayou, eine Momentaufnahme voll praller Sinnlichkeit, Farbkraft und Zauber. Ich schmeckte das Salz des nahen Golfs, ahnte die Schwüle des kommendes Tages, roch an Brackwasser, Seehyazinthen und faulenden Mangroven.

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 Entwurzelte

„Wer auswandert, tut es nicht ohne Not. Er geht nur, wenn die Gefahr oder der Hunger oder die Hoffnungslosigkeit zu groß werden“, läßt Gerd Fuchs den Ich-Erzähler zu Beginn seines neuen Romans sagen. Fuchs beschäftigt sich mit einem Sujet, das in der deutschen Literatur bislang einigermaßen kurz kommt: Die Ära der europäischen Massenauswanderung Ende des vorletzten Jahrhunderts. (Weiter...)

  

Pstmoderne Spätscholastik - Frank Witzels "Revolution und Heimarbeit"

Frank Witzel, der dekonstruktivistische Meister literarischer Vivisektion, hat nachgelegt. Sein neuer Roman "Revolution und Heimarbeit" knüpft an die rasante Orgie aus Irrwitz, Erinnerungswut und Paranoia an, mit der er bereits in "Blue Moon Baby" brillierte. (Weiter...)